An wen wendet sich die Volkszählung?
Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt „Registergestützter Zensus.“ Denn wer nicht als Einwohner registriert ist, kann nicht teilnehmen. So viel Zensur ist leider nötig.

Der gläserne Bürger (Achtung, zerbrechlich!) macht die meisten Fragen überflüssig, die man 1987 noch auf den netten Papierschiffchen auf dem Maschsee in Hannover lesen konnte: Alle Daten von der Schuhgröße über das Konto in einem Steuerparadies, die geführten Telefonate der letzten mindestens 6 Monate bis hin zum letzten Amerikaaufenthalt sind sowieso vom Innenminister bis hin zu Google jedem bekannt. Datenschützer brauchen also keinerlei Bedenken mehr zu haben.

Wir fragen daher nur noch nach den wesentlichen Dingen, die auf einem ausreichend großen Bierdeckel neben der Steuererklärung Platz finden würden, zum Beispiel wie gläsern sich der einzelne eigentlich fühlt.
Und: gerade bei Gebäude-Eigentümern war bislang nicht bekannt, wie sie eigentlich ihre Wohnung finden.
Oft geschummelt wurde bei früheren Volkszählungen bei der Staatsangehörigkeit, was vor allem daran lag, daß die passenden Antwortvorgaben fehlten. Dies ist nun in der von 2011 auf 2009 vorverlegten Befragung endlich korrigiert worden.
Erstmals wurde auch die Frage nach Kindern aufgenommen, um nähere Erkenntnisse über einen eventuellen demographischen Wandel zu gewinnen.
Wir stellen auch mutig Fragen zu Giros, Religion, Krankheiten oder die berühmte Sonntagsfrage, welches Lokal man am nächsten Sonntag wählen würde. Außerdem interessiert die Geschwindigkeit des Wasseranschlusses.

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