Der frisch gegründete TauchClub freut sich über begeisterte Mitglieder.
Die neue Tauchbasen sind im Sportpoint untergebracht und lassen hoffentlich gute Erinnerungen an den letzten Tauchgang hochkommen.

Die Clubplätze stehen ausschließlich „echten“ Tauchern zur Verfügung. Bewerbungen bitte an Dr_Kristin@funcity.de

Im Flur der Tauchbase möchten wir eine Karte aushängen in der Tauchplätze, die ihr real
habt, markiert werden.

Das Einwohnerprofil wurde um den Interessenspunkt Tauchen erweitert.

Das Internet verbreitet sich immer und immer weiter und es werden von Tag zu Tag mehr Leute, die einen Zugang zum Internet haben. Diese Leute trifft man ab und an an einigen Sammelstellen für Menschen, den sogenannten Communities, also den Gruppenverbänden von Gleichgesinnten. Dort tauschen sich Menschen unterschiedlichster Nationalität, Hautfarbe, Religion und Bildung über Dinge aus, die sie bewegen, die sie interessieren oder verbringen einfach nur ein wenig Zeit mit einander. Wie aber können Menschen Zeit mit einander verbringen, die sich als Mensch nicht einmal real bekannt sind, die nur das virtuelle Sein, die virtuelle Rolle des anderen sehen können? Ist es nur ein Rollenspiel mit bestimmten Regeln, die die jeweilige Community vorgibt? Nur ein Spiel wie Skat oder Poker zum Zeitvertreib und danach geht es zurück ins reale Leben?
Nun, keiner kann die steigende Nutzungsdauer des Internets pro Kopf leugnen. Das Leben der Menschen wird vernetzter, es wird immer und immer mehr Internet.
Schon lange vorbei sind die Zeiten an denen man noch handschriftlich auf liniertem Din-A4 Papier seine Liebesbriefchen schrieb, diese dann faltete und in einen Umschlag steckte um diesen der angebeteten Person in einem unbemerkten Moment in die Tasche zu stecken oder mit einer Briefmarke beklebt einzuwerfen. Auch die Zeiten an denen man die Briefe und Gedichte in Kartons oder mit Packband zusammengebunden aufbewahrt hat dürften sich zu einem Relikt der Vergangenheit gewandelt haben und nur noch als Beiwerk in Filmen eine Rolle spielen.
Schon lange ist der Brief in Papierform durch den elektronischen Brief, der sogenannten eMail ersetzt worden. Mit ein paar Tastenklicks werden die Buchstaben eines vereinheitlichten Schriftbildes aneinander gereiht, Worte am Seitenende, oder sollte man besser am Bildschirmrand sagen, werden automatisch in eine neue Reihe gesetzt, fehlerhafte Rechtschreibung wird auch gleich angekreidet und Verbesserungen werden direkt vorgeschlagen. Nur noch den Empfänger eintragen und auf einen Knopf klicken und schon geht die Post ab. In der Regel keine 10 Sekunden später ist diese in Einheitsschrift gehaltene, im Blocksatz formatierte und automatisch umgebrochene, meist formlose Mail ohne Anrede und Grußformel mit Absender, in der Du-Form geschrieben bei dem entsprechenden Empfänger eingetroffen. Es ist hierbei egal ob dieser auf der andern Seite des Schreibtischs, 3 Räume weiter oder 20.000 Kilometer entfernt lebt, sie kommt an. Ein Taxifahrer würde die Beförderung für eine Fahrstrecke von 500 Metern wahrscheinlich dankend ablehnen, die elektronische Post ist hierbei anders. Sie liefert meist zuverlässig 24 Stunden am Tag egal wie kurz die reale Strecke auch immer sein mag.
Sicherlich trägt auch die Bequemlichkeit des Menschen zu einem gewissen Maße dazu bei, dass der Mensch sich selbst mehr und mehr vernetzt und diese kleinen Hilfsmittel immer und immer mehr nutzt, immer und immer mehr Internet wird.
Je mehr der Mensch im Internet unterwegs ist um so mehr wird eben dies für ihn zu einer Normalität und setzt einen gewissen Mindeststandard für seine Erwartungen. Ein Glasbläser, der aus dem Rohstoff Glas und dem Hilfsmittel Feuer in der Lage ist Trinkgläser, Vasen, Schüsseln, Schalen oder Kugeln zu formen, dessen Fingerspitzengefühl und dessen Erfahrung ausreichten um aus sprödem Material die dünnsten Kunstwerke herzustellen, benötigt nun eine eMail-Adresse und eine Internetpräsens um wettbewerbsfähig zu sein. Ein Handwerker, den man früher angerufen hat, wenn die Waschmaschine plötzlich undicht war oder es aus der Nachbarwohnung tropfte, muss sich heute auf Internetplattformen selbst versteigern oder kann sich Aufträge ersteigern. Kein Unternehmen kann es sich in der heutigen Zeit noch leisten nicht im Internet vertreten zu sein, egal wie viel Sinn ein solcher Auftritt macht, er ist heute eben ein Muss.
Wo das Internet in der Arbeit, die in der heutigen Zeit einen nicht geringen Tagesanteil einnimmt, schon zum normalsten gehört, wo während der Arbeitszeit das Internet dank Flatrate dauernd läuft und die eMails alle 60 Sekunden geprüft werden, da ist es auch nicht verwunderlich, wenn ein solcher Alltagsumgang mit dem Handwerkszeug und Kommunikationsmittel Internet sich in das Privatleben überträgt. Schulfreunde findet man heute nicht mehr über eine Adressenliste mit Telefonnummern, die auf Klassentreffen immer aktualisiert und verteilt werden, sondern man findet sie über Internetangebote wie Stayfriends, auf denen man sich von irgendwelchen Leuten suchen lassen kann, weil diese meinen, dass man aufgrund von Namensähnlichkeiten irgendwann mal mit denen im selben Restaurant zu Mittag gegessen haben könnte. Solche Nachfragen werden natürlich ganz der Norm entsprechend per eMail ohne Anrede und ohne Einleitung in einer Kumpelhaften Du-Form geschrieben. Wer einem da schreibt, kann dann meist nur aus den Absenderadressen heraus fantasiert werden.
Lässt man an dieser Stelle die äußere Form und die Ansprache selbst einmal außen vor, so wird sich sicher jeder bei einer solchen Nachricht fragen, ob er diese Person kennt oder nicht. Ist es möglicherweise ein alter Jugendschwarm, dem man heimlich selbstgeschriebene Zettelchen oder Briefchen zugesteckt? Ist es nur irgendwer, der aufgrund einer Namensähnlichkeit einfach eine andere Person meint? Oder ist es gar eine Person, die in böser oder nicht ehrlicher Absicht einen angeschrieben hat um sich an einem zu bereichern? Möchte die Person einen eventuell nur kennen lernen und hat ein veröffentlichtes Profil als Kontaktanzeige genutzt? Vieles ist möglich.
Allein hierbei fragt man sich genau die einleitende Frage. Wie real ist die Anfrage, wie real ist die Person, die mir schreibt und wie viel Realität steckt im Internet.
Das Verwundernde hieran ist ja die indirekte Frage nach der Existenz einer Person, die Kontakt über das Internet aufnehmen möchte. Würde man bei einem Brief sich auch fragen, ob der Versender des Briefs existiert? Würde man bei einem Telefonanruf sich fragen ob der Anrufende existiert? Warum macht man es bei dem Kommunikationsmittel Internet?
Das Internet ist ein Kommunikationsmittel vergleichbar dem Telefon. Nicht mehr und auch nicht weniger. Es dient dazu Informationen von einem Sender zu einem Empfänger zu transportieren, genau wie ein Telefon die Information des vom Sender gesagten auf elektrischem Wege zum Empfänger transportiert. Die Möglichkeit, dass der Sender kein Mensch ist, sondern eine Maschine besteht immer, wie ein großer Festnetzanbieter vor einiger Zeit anhand der automatischen Beantwortung von automatisch analysierten Beschwerdemails gezeigt hat.
Eine weitere Verwendung wäre unter anderem in der automatisierten Werbung und diese gibt es ja in allen Bereichen. Angefangen von dem „Sie sind in unsere Warteschlange geraten“ oder meinem persönlichen Lieblingsanruf des Versandhauses Klingel mit der tollen und geistreichen Bandansage eines Robert Klingel, der heute mal gerne mit einem persönlich sprechen würde und bei dem ich immer wieder geneigt bin eine eMail zu schreiben und den anrufenden Robert Klingel einmal zu Fragen was er unter einem persönlichen Gespräch mit mir verstehen würde und ob es nicht besser heißen sollte, dass die automatisierte Bandansage mit möglicherweise der Stimme eines Robert Klingel einen nur mit irgendeinem Produkttext zumüllen soll, weil das Unternehmen Klingel keine eMail-Adresse von einem hat und daher keine Spam Mail versenden kann. Dies ist letztendlich auch der Grund, warum ich eben keine eMail schreibe sondern lediglich dieses recht einseitige Gespräch von meiner Seite aus abbreche. Weiter geht es bei der Post und den Briefeinwürfen von Spiel- und Gewinngemeinschaften, deren Einwurf schon im Fernsehen mit den Worten „Ab Dienstag in ihrem Briefkasten“ angekündigt wird und die mit computeroptimierten Gewinnchancen versuchen Kunden zur Teilnahme an der Glücksspirale oder dem staatlichen Lotto zu animieren natürlich gleich mit dem Rundum sorglos Packet. Über die Versendung von Spam Mails, die für irgendwelche Pillen, Pumpen oder Gummigegenstände werben mit denen alles einfacher, größer, länger und toller ist, brauch hier wohl nicht weiter eingegangen zu werden.
Die automatisierte Anwerbung von Menschen und der Versuch automatisch mit ihnen Geld zu machen ist aber nicht der Grund, warum man eine Person im Internet hinterfragt. Vielmehr ist es die Tatsache, dass sich viele im Internet anonym vorkommen und aus diesem Grund die mögliche Freiheit nutzen wollen eine Person zu spielen, die sie nicht sind, die Freiheit nutzen wollen ihre Fantasie auszuleben und Sachen zu sagen, die sie sich in der realen Welt nicht trauen würden auszusprechen. Es ist somit eher eine Sache der anerzogenen Skepsis ob sich hinter einem Kontakt nur eine gespielte Rolle verbirgt oder ob sich die Person so gibt, wie sie auch real wäre. Dies verleitet dazu alle nicht real bekannten Kontakte im Internet pauschal als Rollenspiele und als erfunden anzusehen. Daraus ergibt sich dann auch immer wieder Aussagen wie „was interessiert es dich, was da jemand schreibt, ist doch nur virtuell“ oder andere Versuche das virtuell geschriebene Wort unwichtig zu machen. Ist das im Internet veröffentlichte Wort wirklich weniger wert als ein in einer Zeitschrift oder Zeitung abgedrucktes? Kann ein virtuelles Wort weniger verletzen als ein gedrucktes Wort?
Kein Wort kann verletzen, wenn es ungelesen bleibt, soviel ist ja bekannt. Ein Text in einer Zeitung kann nicht verletzen, wenn er nur als Käfigbodenbelag dient. Es kommt also immer darauf an wie oft ein entsprechendes Wort gelesen wird und in wie weit dies zutreffend ist. Am meisten verletzen ja solche Worte, die die eigenen Fehler und die eigene Unzulänglichkeit offenbaren, die eine Einstellung oder ein Verhalten aufzeigen, was nicht wirklich im Rahmen des Normalen und Vertretbaren ist. Werden diese Schwächen dann öffentlich und für jeden lesbar verbreitet, fühlt man sich in der Persönlichkeit angegriffen und in seinem Ansehen geschmälert. Nicht selten ist die Flucht um möglicher Schmach zu entkommen.
Die Reichweite des geschriebenen Wortes ist hierbei also mit ein ausschlaggebender Faktor ob etwas geschriebenes verletzen kann oder nicht.
Die Glaubwürdigkeit der Quelle und des Schreibenden ist auch ein nicht geringer Faktor. Es macht einen Unterschied ob ein Geheimnis oder eine Schwäche in einem eher ausschmückenden Bereich wie Bild oder in einem eher seriösen Bereich wie der FAZ aufgedeckt wird.
Je glaubwürdiger die Quelle des Wortes ist, je wahrer und zutreffender das Wort ist, je Unvertretbarer die durch das Wort aufgedeckten Sachen sind und je mehr Leute dieses Wort lesen um so mehr verletzt dies die betroffene Person. Dieses kleine Fazit bezieht sich nur auf das Wort und was alles zusammen kommen muss, damit das Wort verletzen kann. Sicher sind noch viele weitere Faktoren vorhanden, die einen weiteren Einfluss darauf haben, jedoch bleibt der Verbreitungsweg hierbei unberücksichtigt. Ob das Wort nun in einer Zeitung oder Zeitschrift oder auf einer Internetseite geschrieben steht oder ob es mit Farbe an eine Hauswand gesprayt ist, ist für die Frage ob es verletzen kann oder nicht unerheblich. Das Gefühl verletzt zu werden kennt keinen Unterschied zwischen der realen Zeitung und dem virtuellen Internet.
Spätestens die Tatsache, dass alles virtuell dargestellte mit einem Tastendruck als real Gedrucktes aus dem Drucker geschoben wird, sollte diesen Irrglauben, dass das geschriebene Wort im Internet nicht oder weniger verletzen kann als ein reales Wort, ein wenig mehr aus der Welt schaffen.
Wenn eine reale Person hinter einem realen Computer ein Wort in eine virtuelle Welt schreibt und eine zweite reale Person dieses virtuelle Wort in dieser virtuellen Welt liest und sich dabei real verletzt fühlt, dann ist eine Übertragung von zumindest negativen Gefühlen über diese virtuelle Welt möglich.
Bleibt die Überlegung ob auch positive Gefühle über eine virtuelle Welt verbreitet werden können. Die vor einiger Zeit mächtig im Trend gelegenen Singlebörsen und Partnervermittlungen schreiben sich in dieser Zeit ja auf die Fahne, dass fast jede 3te Ehe in Deutschland durch eine Onlinevermittlung erfolgt sei. Anscheinend soll es ja möglich sein sogar die Liebe per virtueller Welt zu finden. Schaut und fragt man innerhalb von Kommunikationscommunities, also Chat- und Mail-Communities, die sich hauptsächlich mit der zwischenmenschlichen Kommunikation beschäftigen, diesbezüglich nach, so ist die verbreitete Meinung, dass eben dies nicht möglich sei. Man könne sich nicht in eine virtuelle Rolle, die ja ein jeder spielt, verlieben.
Unbestreitbar ist die Tatsache, dass ein jeder Mensch im Internet eine gewisse Rolle verkörpert. Dies ist normal, da eben ein jeder Mensch auch real seine Maske trägt und sich je nach sozialem und gesellschaftlichem Umfeld gibt. Man gibt sich in der Familie anders als man sich im Beisein ferner Verwandter gibt und wieder anders gibt man sich, wenn man mit Freunden einen Zug um die Häuser macht. Genau wie man auch die Kleidung auf den jeweiligen Anlass wechselt, so wechselt man auch seine Maske und damit im gewissen Maße seine Persönlichkeit, seine Sprache und sein Auftreten. Neben den Menschen, die das Internet nutzen um ihre Neigungen und ihre Fantasien auszuleben und sich extra eine neue und gekünzelte Maske dafür zulegen, suchen sich die übrigen Menschen aus ihrer Maskensammlung eine der Masken heraus, in denen sie sich am wohlsten und am sichersten fühlen. Somit ist auch die Rolle, die ein jeder Mensch im Internet spielt nur eine Facette des jeweiligen Charakters und dies selbst bei Fantasierollen.
Ob man sich in etwas verlieben kann, was offenkundig gekünzelt ist, kann sich an dieser Stelle jeder einmal selbst fragen und sich dabei die Auftritte der Beatles bis hin zu Robbie Williams erinnern bei denen Schilder mit der Aufschrift „Ich liebe dich“ in die Höhe gehalten wurden. Spätestens wenn klar wird, dass die Person hinter der Rolle eine ganz andere und die Rolle nur eine gespielte Maske ist, relativiert sich meist ein solcher Gedanke. Obwohl es nicht wirklich erfolgversprechend ist sich in eine von einem Sänger oder Star gespielte Rolle zu verlieben, machen dies jedoch einige und dies sogar ohne die Person selbst jemals persönlich getroffen zu haben.
Was aber ist, wenn die betreffenden Personen ihre Masken zum Teil ablegen oder dem ein oder anderen einen Einblick hinter diese erlauben, wenn also jemand aus seiner Rolle fällt, was ändert sich dann und wo hört die Rolle auf?
Hier wird es dann schon schwieriger. Das Internet ist, was es ist, ein Kommunikationsmittel, ein Mittel zur Übertragung oder zum Austausch von Information. Genau wie bei einem Brief oder einem Telefonat werden nur Informationen ausgetauscht. Was fehlt ist die reale Komponente, das Sehen und das Riechen. Riechen wurde hier absichtlich erwähnt, denn real entscheidet nicht der Kopf über eine Partnerwahl sondern es ist eine Entscheidung des Triebs, des Hormonspiegels und der Hormonkombination sowie der Ungleichheit des Genoms was durch die Kombination der Pheromone erkannt wird. Bedenkt man, dass die Wahl des Partners nur bedingt durch dessen Aussehen entschieden und in keinster Art und Weise durch den Charakter bestimmt wird, sondern durch die eigene sexuelle Aktivität, den individuellen Körpergeruch des potentiellen Partners und ob sich der Betrachter in einer hormonell paarungsaktiven Phase wie dem Eisprung oder eben in einer hormonell paarungsinaktiven Phase befindet. Die Tatsache, dass ein Anmachspruch der Marke „Ich kenn dich zwar nicht, aber deine Pheromone riechen als hätten unsere Genome eine hohe Kompatibilität und Überlebenswahrscheinlichkeit“ wohl nur auf Studentenfeiern des Fachbereichs Biologie mit der Spezialisierung Genetik funktioniert, ist kein Zeichen dafür, dass diese Mechanismen nicht vorhanden sind, sondern nur ein Zeichen dafür, dass sich nur einige über deren Vorhandensein bewusst sind.
Diese Mechanismen sind ein genetisches Überbleibsel um den Fortbestand der eigenen Art zu sichern, was angesichts der über 6 Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde als Taktik voll aufgegangen ist. Die sinkende Zahl der Eheschließungen und die steigende Zahl der Scheidungen innerhalb der ersten Ehejahre sollten hierbei aber nicht auf das Internet bezogen werden, sondern vielmehr auf die immer weiter sinkende Arbeitszeit bedingt durch die sinkende Zahl der Arbeitsplätze und die steigende Zahl der Arbeitnehmer. Die damit verbundene Vermehrung der Freizeit und somit die größere Zeit, die einem normalen Ehepaar übrig bleibt um die Person, die sie aufgrund der bei der Brunft und Balz verströmten Pheromone innerhalb einer hormonell paarungsaktiven Phase gewählt hat, genauer kennen zu lernen, bringt zum Teil die Erkenntnis, dass der gewählte Partner eben nur zur Arterhaltung gewählt wurde.
Zur Zeit der Höhlenmenschen passte die Frau auf Feuer und Kinder auf, während der Mann mit seinen Freunden in den Wald zum Mammut jagen ging. Beide haben sich kaum gesehen und die Partnerschaft funktionierte.
Dann kamen die ersten Siedler auf. Die Frau passte in der Hütte auf das Feuer und die Kinder auf, während der Mann mit den Ochsen und den Freunden die Felder bestellte und in den Wald ging zum Feuerholz suchen. Beide haben sich kaum gesehen und die Partnerschaft funktionierte.
Im Mittelalter gab es kaum Ochsen und Frau und Kinder mussten mit auf die Felder. Mann und Frau verbrachten mehr Zeit mit einander, waren aber beschäftigt mit der Arbeit und nicht mit einander. Die Partnerschaft funktionierte zum großen Teil. Die, bei denen es nicht funktionierte nannte man Hexen.
In und nach der Industrialisierung wurden die Menschen immer und immer mehr durch Maschinen ersetzt. Die Arbeitsplätze sanken und die Arbeitszeiten ebenfalls. Dies führte dazu, dass Mann und Frau mehr Zeit mit einander verbrachten und beim mit einander reden feststellten, dass sie sich nichts mehr zu sagen haben. Diese Sprachlosigkeit und gegenseitige Desinteresse führte daraufhin zu immer und immer mehr Scheidungen und immer weniger Eheschließungen. Dieser Wandel ist nicht auf die Partnerwahl per Internet sondern durch die steigende Technisierung der Arbeitswelt zurück zu führen.
Viel mehr könnte man den Trend zur Partnerwahl oder sagen wir besser zur Vorauswahl möglicher Lebenspartner über das Internet als eine Reaktion auf diesen Wandel sehen. Eine hormon- und pheromonfreie Vorauswahl möglicher Personen anhand von einfacher Kommunikation mit dieser Person. Die Kommunikation mit der realen Person, nicht mit einer gespielten Rolle.
Die virtuelle Welt ist deutlich realer als sich der ein oder andere eingestehen will. Gefühle machen nicht an den Toren der virtuellen Welt halt, sie kennen keine Schranken, Schubladen und Schächtelchen, sie kennen kein virtuell und kein real. Diese Unterscheidung erfolgt erst und nur im Kopf , denn dieser interpretiert, analysiert und klassifiziert.
Gefühle brauchen keine Erlaubnis um zu reagieren, sie machen es einfach.
Selbst eine Vorauswahl möglicher Lebenspartner ist über eine virtuelle Welt möglich. Es wird hier von einer Vorauswahl geredet, weil eben aufgrund der hormonellen Mechanismen zur Arterhaltung, egal ob diese persönlich überhaupt erwünscht ist, der Übergang von virtuell zu real nicht ohne weiteres möglich ist. Die Anonymität des Internets erlaubt darüber hinaus Dinge zu offenbaren, die real nie ausgesprochen werden würden. Sie erlaubt auch aus der Rolle zu fallen und die Maske abzulegen, was real nicht ohne weiteres möglich ist.
Neben diesen Chancen und Möglichkeiten die diese virtuelle Welt bietet ermöglicht sie es aber auch verletzt, belogen und betrogen zu werden. Bedenkt man aber wie viele Männer und Frauen ihre Geliebten haben und damit ihre Partner real verletzen, belügen und betrügen, so macht dies die virtuelle Welt nur noch ein wenig realer und ein Stück weniger unpersönlich.

So persönlich und so real diese virtuelle Welt auch sein mag, sollte sie nicht zu einem Ersatz für die reale Welt werden. Sie mag das reale Leben ergänzen und um einige Möglichkeiten erweitern, aber sollte dies nicht ersetzen. Manchmal ist es aber auch eine Bereicherung sich an altes und möglicherweise längst vergessenes zu erinnern, in einen Schreibwarenladen, mit dem noch aus der Schulzeit bekannten Geruch, zu gehen und einen Block liniertes Papier zu kaufen. Mit einer Feder, einem Bleistift, einem Füller oder einem Kugelschreiber einfach seine Gedanken, Gefühle, Meinungen und Empfindungen, in der eigenen Handschrift Zeile für Zeile zu Papier zu bringen. Jede Zeile selbst neu zu beginnen und immer wieder das Seitenende abschätzen und umbrechen. Den Brief zu falten und in einen Umschlag zu stecken und mit einer Briefmarke versehen an jemanden zu senden.
Einfach mal etwas ausgefallenes machen und jemandem einmal zwischen Rechnungen und Werbung einfach einen Brief legen.
Denn ein Brief ist, genau wie das Internet, ein Mittel zur Kommunikation für Menschen. Nicht mehr aber auch nicht weniger.